Und plötzlich ist er da der Winter und du fragst dich, was muss ich denn jetzt noch tun, um mein Haus winterfest zu machen? Auch hier helfen wir dir von Heimmeister gerne weiter, daher haben wir eine ausführliche Anleitung geschrieben, was alles zu beachten ist.

Es gibt Dinge die MUSST du wirklich machen, um dein Haus sicher für den Winter zu machen. Es gibt weiter Maßnahmen, die SOLLTEST du ergreifen, um deine Immobilie in der kalten Jahreszeit zu schützen. Und dann zeigt dir unsere ausführliche Anleitung noch was du unternehmen KANNST, um dein Haus jetzt wirklich winterfest zu machen.

dein heimmeister-team

Dass es wirklich wichtig, dass du dich rechtzeitig darum kümmerst, dein Haus gegen Frost, Eis und Schnee sicher zu machen zeigt sich auf lange Sicht. Denn nur wenn du deine Immobilie vor Frostschäden an der Fassade, am Dach, den Rohrleitungen, der Heizung und so weiter schützt, dann dankt sie es dir mit geringeren Instandsetzungskosten und weniger Reparaturaufwand. Wird dagegen vernachlässigt, das Haus winterfest zu machen, dann sind ernsthafte und kostspielige Schäden vorprogrammiert – vielleicht nicht jetzt im Winter und vielleicht auch nicht im nächsten, aber in einigen Jahren rächt sich die Schluderei ganz bestimmt. Und genau darum wollen wir dich mit unserer wirklich ausführlichen Anleitung zum Haus winterfest machen motivieren, die Sache ernst zu nehmen.

Damit es für dich übersichtlicher wird und du dich von all den Maßnahmen nicht überfordert fühlst, unterteilen wir unsere ausführliche Anleitung in drei Abschnitte, wie du dein Haus jetzt winterfest machen solltest.

Ist dein Haus gut auf das kalte Schmuddelwetter vorbereitet?

Das Haus winterfest machen – must do

Wasserleitungen

Wir alle wissen, Wasser gefriert bei Minusgraden und dehnt sich dann aus, während sämtliche andere Stoffe sich bei Kälte zusammenziehen. Was ist die Folge? Wasser in Leitungen und Rohren kann diese durch die Ausdehnung sprengen. Es ist erstaunlich wieviel Kraft gefrierendes Wasser hat. Ganz sicher entstehen die allermeisten Schäden im Winter genau durch dieses Phänomen.

Daher gilt der erste Punkt der ausführlichen Anleitung, wie du dein Haus winterfest machst diesem Punkt.

Alle frostgefährdeten Leitungen müssen vollständig entleert werden und das allerspätestens wenn der erste Nachtfrost auftaucht. Den Hahn respektive das Ventil lässt du dann geöffnet. Das zeigt dir sicher, dass die Leitung leer ist und wenn sich doch noch Wasser oder Feuchtigkeit in ihr befindet und sich ausdehnt stellt das kein weiteres Problem dar, da genügend Platz für diese Ausdehnung vorhanden ist und die verdrängte Luft entweichen kann.

Ein kleiner Tipp noch: Jetzt im Winter, wenn der Wasserhahn eh nicht benutzt wird kannst du die Zeit wunderbar nutzen, um die Dichtungen zu tauschen, falls dich schon das ganze Jahr über ein tropfender Hahn genervt hat. Der Wasserverbrauch einer solchen Undichtigkeit ist übrigens nicht zu unterschätzen.

Wasserhahn draußen

Wenn du einen Garten, eine Terrasse oder einen Hof hast, dann befindet sich dort sehr oft ein Wasserhahn zum Anschluss eines Schlauches. Das ist natürlich ungemein praktisch für das einfache Blumen gießen oder um das Fahrrad nach der Tour abzuspritzen. Selten hat auch ein Balkon oder eine Dachterrasse mal einen solchen Wasseranschluss installiert.

Wasserhahn draußen an weißer Wand
Absolut wichtig: Wasser abdrehen

In jedem Fall ist es essenziell, dass du auch hier die Leitung vor Schäden schützt. Dazu gehst du folgendermaßen vor: Zunächst finde das Absperrventil, welches für den Zulauf verantwortlich ist. Dieses ist zwingend irgendwo im Gebäude, außen würde es keinen Sinn machen. Meist ist der Haupthahn im Keller oder im Technikraum des Gebäudes. Sobald du den nun geschlossen hast, geh nach draußen und öffne den Außenhahn vollständig und lasse das in der Leitung befindliche Wasser ablaufen. Je nach länge der Verrohrung kann schon noch etwas Wasser rauskommen.  Lass dann auch dieses Ventil offen und das Hauptventil natürlich geschlossen. Jetzt kannst du sicher sein, dass diese Leitung keinen Frostschaden nimmt.

Gefäße

Alle draußen befindlichen Gefäße wie Regentonnen, Pflanzenkübel und Blumentöpfe, Gießkannen und dergleichen musst du umdrehen, so dass sie sich nicht mit Regenwasser füllen können. Wenn möglich kannst du sie natürlich auch nach drinnen nehmen.  Auf jeden Fall wäre es doch sehr schade, wenn du dir im Frühjahr dann eine neue Regentonne und zig neue Pflanzentöpfe besorgen musst, weil sie alle durch das Eis geborsten sind. Sei clever, und nimm dir diese zehn Minuten Zeit, alle Gefäße rund um das Haus winterfest zu machen.

Das Haus winterfest machen – should do

Wasserablauf im Boden

Nach dem Herbst wird sich Laub, Sand und Dreck in den Bodenabläufen gesammelt haben. Es ist aber sehr wichtig, dass das Regenwasser ordentlich ablaufen kann. Und erst das Schmelzwasser! Wenn die Sonne Schnee und Eis zum Schmelzen bringt sind mit einem Mal viele viele Liter Wasser vorhanden, die weggeschafft werden wollen. Mit verstopften Abläufen führt das zu Problemen. Das Wasser läuft über und nicht richtig ab mit der Folge, dass sich Pfützen bilden. Es können regelrechte kleine Seen in der Garageneinfahrt entstehen. Und wenn das nun über Nacht dann wieder gefriert sind schwerste Unfälle möglich. Denn eine solche überfrorene Wasserfläche wird spiegelglatt und lässt sich dann nur noch mit Einsatz von hartem Werkzeug oder viel Salz entfernen.

Besser ist daher, alle Überläufe und Gullys zu reinigen. Dabei auch an die eventuellen Siebe und Filter denken, wozu normalerweise das Abdeckgitter angehoben werden muss. Wenn dann das Wasser wieder schnell in der Kanalisation ablaufen kann gibt es keinen Ärger.

Regenrinne reinigen

Fallendes Laub und über das Jahr gewaschenes Moos sind prädestiniert dafür Regenrinnen zu verstopfen. Logisch also, dass das Säubern der Regenrinnen zu den wichtigen To-Do‘s um das Haus winterfest zu machen gehört. Denn wenn das Wasser läuft nicht mehr richtig ablaufen kann, plätschert es über die Rinne und kann die Fassade verschmutzen und beschädigen. Aber es kann eben auch zu ernsthaften Frostschäden, wenn das Regenwasser stehen bleibt.

Reinigungstool Regenrinne sauber machen
Dieses hilfreiche Tool gibt es bei Hagebau

Also, was tun? Tja, sauber machen. Macht keinen Spaß, ist unangenehm und erfordert Vorsicht. Bitte nicht einfach mal schnell auf die Leiter steigen und dann mit langem Arm herumfuhrwerken. Absicherung ist oberstes Gebot. Denk daran, starke Putzhandschuhe anzuziehen, andernfalls bist du anschließend ewig damit beschäftigt deine Hände wieder sauer zu bekommen.

Bereite also bitte diese Aktion ordentlich vor und nutze die Gelegenheit die Rinnen auch gleich auf etwaige undichte Stellen und Beschädigungen zu überprüfen. Wenn du ein Leck oder einen Riss entdeckst musst du nicht unbedingt gleich einen Spengler kommen lassen oder das kaputte Teil austauschen. Mit wetterfestem Silikon oder einem speziellen Reparaturabdichtband auf Bitumenbasis, das du im Baumarkt bekommst, kannst du kleinere Schadstellen abdichten. Das ist deshalb wichtig, weil im Winter wenn es kalt ist Feuchtigkeit nur langsam bis gar nicht verdunstet. Das kann dann aber auf Dauer zu Bauschäden führen.

Dachrinne mit Gitter und Laub
Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, diesen Zustand zu beheben

Du kannst dir zukünftig das Reiniger der Dachrinnen erleichtern, wenn du Schmutzgitter installierst. Diese verhindern zumindest, dass sich das ganze Laub in der Rinne sammelt und machen daher besonders Sinn, wenn Bäume in der Nähe sind. Wenn du überlegst solche Schutzgitter anzubringen, dann bedenke, dass sie auch wieder einfach abzunehmen sein sollten, denn am Reinigen der Regenrinnen selber kommst du trotzdem nicht vorbei, auch wenn es dann vielleicht seltener nötig ist.

Fallrohr überprüfen

Damit das Regenwasser abfließen kann muss auch das Fallrohr frei von Verstopfungen sein sonst gibt es schnell eine Überschwemmung. Du kannst mit dem Gartenschlauch oder einer großen Gießkanne checken, ob das Wasser zügig in der Kanalisation verschwinden. Sollte dies nicht der Fall sein, dann kannst du eine leichtere Störung vielleicht wegspülen, indem du den Gartenschlauch zu Hilfe nimmst. Damit es aber erst gar nicht so weit kommt, haben wir hier Tipps für dich zum Thema Dachrinne.

Dach prüfen

Dass das Dach so ziemlich der wichtigste Teil eines jeden Hauses ist dürfte klar sein. Somit auch, dass du nicht den Winter abwarten musst, um das Dach deines Hauses auf Schäden zu inspizieren. Aber es bietet sich durchaus an, nach den meist heftigen Herbststürmen einen intensiveren Blick auf das Dach zu werfen. Denn zum winterfest machen des Hauses gehört auf jeden Fall, sicherzustellen, dass das Dach keine Undichtigkeiten hat. Eine Notreparatur des Daches im Winter ist äußerst unangenehm und kann teuer werden. Also besser schon frühzeitig nach dem Rechten sehen.

Fassade auf Risse prüfen

Risse in der Fassade, bröckelnder Putz und aufspringende Fugen sollten nicht leichtfertig ignoriert werden. Solche Alterserscheinungen sind normal, führen aber relativ schnell zu gravierenden Schäden an der Bausubstanz, wenn sie nicht rechtzeitig behoben werden. Auch hier gilt: Um dein Haus winterfest zu machen, musst du nicht gleich eine umfangreiche Restauration beauftragen. Zunächst geht es darum, mögliche Schäden zu entdecken und eine Ausbreitung und Verschlimmerung zu unterbinden. Das heißt, Risse ausbessern, Fugen gegebenenfalls neu füllen und Kletterbewuchs, der in alle Ritzen und risse kriecht rechtzeitig und sauber zurückschneiden.

Größere Schäden bitte dann möglichst bald durch einen Profi beheben lassen.

Türen und Fenster nachjustieren

Es ist ganz normal, dass sich, wenn es kälter wird die Materialien zusammenziehen und Spaltmaße größer werden, bisher einwandfrei funktionierende Mechanismen nicht mehr ganz so reibungslos funktionieren und das eine oder andere Fenster vielleicht etwas klemmt. Gerade in einem Holzhaus kann das passieren, denn Holz dehnt sich bei Wärme und Luftfeuchtigkeit stark aus. Und im Winter passiert eben das Gegenteil. Also prüf deine Fenster und Türen uns justiere sie gegebenenfalls gemäß Anleitung nach, damit die Wärme im Haus bleibt und du nicht unnötig viel Heizen musst.

Das Haus winterfest machen – can do

Heizung prüfen und entlüften

Apropos Heizen: Auch die Heizung gehört in unsere ausführliche Anleitung, das Haus winterfest zu machen. Wenn du bemerkst, dass ein Heizkörper nicht richtig warm wird oder gluckert, kann es eventuell nötig sein, ihn zu entlüften. Wie das geht zeigt dir dieses Video:

Ab und an muss man die Heizkörper entlüften

Aber es gibt noch etwas zu beachten: Auch Heizungsrohre können einfrieren und damit Schaden nehmen. Siehe oben in unserer Auflistung. Dafür gibt es zwar die Frostschutzstellung am Ventil des Heizkörpers, doch das ist keine vollständige Sicherheit. Denn diese Stellung berücksichtigt nur den Heizkörper selbst. Rohre, die eventuell ungeschützt verlegt sind, können trotzdem Frostschäden davontragen. Daher grundsätzlich für ausreichende Beheizung sorgen und nicht an der falschen Stelle sparen.

Außenbeleuchtung

Bevor es im Winter gefühlt den ganzen Tag lang dunkel wird, also am besten noch vor der Zeitumstellung im Oktober, empfiehlt es sich, alle relevanten Beleuchtungen außen zu prüfen und gegebenenfalls zu ersetzen. Bewegungsmeder testen und störende Äste und dergleichen entfernen. Denn wenn du später dann durch den Schnee stapfen musst, wirst du dich ordentlich ärgern, wenn nicht das Licht angeht. Das ganze birgt natürlich gerade bei Glätte auch ein Unfallrisiko.

Übrigens ist eine gute Außenbeleuchtung auch ein wichtiger Beitrag zum Einbruchsschutz. Gerade in der dunklen Jahreszeit. Zusammen mit einer Überwachungskamera funktioniert es noch besser.

Energiesparen

Die Winterzeit ist gut dafür geeignet, dein Haus einem Check zu unterziehen, wo vielleicht noch Heizenergie eingespart werden kann. Dazu kannst du dich auf die Suche nach Zugluft machen. Das geht gut, wenn du Raucher bist mit einer Zigarette. Da wir ja aber sicher nicht zum Rauchen animieren wollen, empfehlen wir eher ein Räucherstäbchen. Wenn du eine entsprechende Stelle entdeckt hast, kannst du sie entweder gleich selber abdichten oder aber du bestellst einen Fachmann ein.