Ein feuchter Keller ist nicht nur unangenehm, sondern kann langfristige Schäden am Haus und den dort gelagerten Gegenständen verursachen. Jeder hat es vielleicht schon erlebt, dass Leder oder Stoff einen Schimmelbelag bekommen – manchmal kannst du ihn noch abwischen, aber wenn sich der Schimmel ausgebreitet hat, dann bleibt nur der Gang zum Wertstoffhof. Neben dem Verlust von Stauraum, kann ein feuchter Keller nachhaltig Schäden am Mauerwerk, am Stockwerk darüber und am Haus verursachen und damit zu hohen Sanierungskosten. Daher sollte ein trockener Keller dein persönliches Ziel sein.

Es gibt die unterschiedlichsten Ursachen für einen feuchten Keller – vom Hochwasser über das Eindringen von Feuchtigkeit aus dem Untergrund bis hin zu falschem Lüften. Gerade dann, wenn du im Keller einen modrigen und eher unangenehmen Geruch wahrnimmst, solltest du dich dem Thema „Keller entfeuchten“ annehmen. Bei uns erfährst du die richtige Vorgehensweise, wie du deinen Keller entfeuchten kannst.

Keller entfeuchten

Bevor du den Keller entfeuchtest, solltest du die Ursache für deinen feuchten Keller kennen. Ansonsten betreibst du viel Aufwand, um die Symptome zu behandeln, kommst aber nie zu den Ursachen.

Die häufigsten Ursachen für einen feuchten Keller sind:

  • Kondensation – falsches Lüften
  • Rohrbruch
  • Kapillar aufsteigende Feuchtigkeit
  • Seitlich eindringende Feuchtigkeit
  • Defekte Drainage
  • Hygroskopische Feuchte
  • Defekte Dachentwässerung
  • Schlagregen
  • Hochwasser

Oft kann es auch eine Kombination von Ursachen sein oder von Veränderungen im Untergrund (Bauvorhaben in der Nähe), die den Grundwasserspiegel steigen lässt. Alte Häuser haben oft kein Betonfundament und die Wände sind gemauert. Es ist wichtig die Ursachen für deinen feuchten Keller zu kennen.

Hygrometer – Feuchtigkeit im Keller messen

Bevor du mit dem Entfeuchten des Kellers beginnst, solltest du die Ausgangssituation festhalten – nur so siehst du einen Fortschritt. Am leichtesten ist die Messung der Luftfeuchtigkeit. Die ideale Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen liegt zwischen 36 und 65 Prozent. Abhängig von der Temperatur führt ein langfristiges Übersteigen von 65 % Luftfeuchtigkeit zu einer perfekten Umgebung von Schimmel. Meistens ist kein ausreichender Luftaustausch ein Grund für die hohe Luftfeuchtigkeit. Es gibt hunderte Hygrometer-Anbieter und es kommt wieder darauf an, ob du nur an einer Stelle die Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen willst oder gleich an mehreren Stellen.

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Letzte Aktualisierung: September 28, 2021 um 2:43

Wenn du an mehreren Stellen messen und vielleicht nicht jedes Mal in der Keller gehen möchtest, um die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren, dann bieten sich kleine Wetterstationen an – die je nach Dicke der Wände und der Entfernung, es dir ermöglichen von oben den Keller zu überwachen.

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Letzte Aktualisierung: September 28, 2021 um 2:23

Fachhandwerker haben noch spezielle Messgeräte, um die Feuchtigkeit in den Wänden zu messen. Alternativ kannst du auch mit einem Infrarotthermometer die kalten Stellen im Keller aufspüren. An den kältesten Stellen kondensiert das Wasser und die Stellen werden feucht und Schimmel kann entstehen.

Schimmel behandeln

Um die Ausbreitung des Schimmels zu verhindern, solltest du den Schimmel entfernen. Manchmal ist es auch nötig einen Teil des Putzes abzuklopfen und zu erneuern. Den Schimmel entfernst du am besten mit alkoholhaltigem Reinigungsmittel (80 % Anteil von Ethanol).

Keller richtig Lüften

Durch falsches Lüftungsverhalten kannst du die Situation sogar noch verschlimmern. Täglich dreimal für etwa zehn Minuten lüften gehört zum Standard für richtiges Lüften in Wohnräumen. Aber wie sieht es im Keller aus? Wer die Fenster des Kellers ständig auf Kipp hat, der kann trotz eines gelüfteten Kellers sich Schimmel einfangen. Im Winter kann ein gekipptes Fenster gut sein, vorausgesetzt es ist gegen Einbrecher geschützt.

Im Sommer hat die Luft deutlich mehr Luftfeuchtigkeit und diese Feuchtigkeit schlägt sich an den kühleren Kellerwänden nieder und führt zu mehr Feuchtigkeit im Keller. Daher solltest du im Sommer nur in der Nacht lüften oder nur kurz das Fenster öffnen. Im Winter ist die Außenluft kälter und hat eine geringere Luftfeuchtigkeit, sodass hier keine neue Feuchtigkeit in den Keller kommt, sondern das Lüften die Feuchtigkeit aus dem Keller holt. Manche Fachleute empfehlen nur zu Lüften, wenn die Außentemperatur mindestens fünf Grad unter der Kellertemperatur liegt. Allerdings führt langfristiges Lüften zum Abkühlen des Kellers und unter Umständen auch der Bereiche darüber.

Damit über den Sommer nicht Feuchtigkeit eintreten kann, ist es wichtig, dass alle Fenster gut schließen. Gegebenenfalls solltest du die Dichtung der Kellerfenster erneuern.

Möbel im Keller richtig aufstellen

Flächendeckende Möbel solltest du im Keller vermeiden. Regale bieten sich für den Keller an, da hier die Luft besser zirkulieren kann. Im Optimum solltest du alle Möbel mindestens 20 Zentimeter von feuchten Wänden aufstellen. Falls vorhanden, dann solltest du Schränke nur an Innenwände aufstellen und nicht an die feuchteren Außenwände.

Lüftung im Keller einbauen

Um nicht ständig in den Keller zu laufen, kannst du auch elektrische Lüfter einbauen, die je nach Ausstattung immer nur dann Lüften, wenn es auch gut für den Keller ist. Wichtig ist hier nur, dass die angesaugte Luft nicht feuchter ist, als die Luft im Keller. Solche Badlüfter gibt es in jedem Baumarkt und können je nach Bedarf ausgestattet werden (Feuchtigkeitssensor, Timer, Laufzeit). Es gibt sogar spezielle Taupunktlüftungen, die genau im richtigen Moment lüften.

Bayernlüfter

Ein spezieller Lüfter ist der Bayernlüfter, der sicherlich auch für Hauseigentümer außerhalb von Bayern geeignet ist. Der Vorteil hierbei ist, dass der integrierte Wärmetauscher den Wärmeverlust minimiert und die auftretende Feuchtigkeit nach Außen leitet.

Luftentfeuchtungsgerät kaufen

Gerade bei einem akuten Fall ergibt es Sinn, die Raumluft schneller zu entfeuchten und mit einem Entfeuchter nachzuhelfen. Der Einsatz verursacht in der Regel relativ hohe Stromkosten, dafür wird die Luft schneller entfeuchtet. Beachten solltest du, ob du ständig den Behälter entleeren möchtest oder einen Auslauf in die Kanalisation ermöglichen kannst. In einigen Baumärkten können solcher Entfeuchter auch gemietet werden. Meistens ist auf den Geräten die maximale Raumgröße angegeben, für die die Geräte ausgelegt sind.

Salz als Luftentfeuchter

Um einmalig zu testen, ob viel Feuchtigkeit in der Luft ist oder an Standorten, an denen kein Strom vorhanden ist, kannst du auch zu Luftentfeuchtern mit Granulat greifen. Einige Anbieter bieten auch wiederverwendbare Granulattaschen an, die z.B. im Ofen wieder getrocknet werden können.

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Keller beheizen

Je nach Nutzung des Kellers kann es sinnvoll sein, wenn im Keller eine Heizung steht. Heizlüfter sind zwar effektiv, sind aber auch Stromfresser. Zusätzlich ist eine Zirkulation oft hilfreich, denn oft ist es in den Ecken besonders feucht und wenn es nicht nötig ist, kannst du die Türen im Keller offen lassen, um so eine bessere Zirkulation zu ermöglichen oder einen Ventilator aufstellen.

Sanierung des feuchten Kellers

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Feuchtigkeit im Keller auftritt. Wasser kann über das Erdreich an die Außenwände des Hauses und des Kellers in das Mauerwerk eindringen. Es kann aber auch passieren, dass die Feuchtigkeit von unten in den Mauern aufsteigt und schließlich im Keller verdunstet. Es gibt sogar Fälle, dass nach einem Austausch des Heizkessels die Luftfeuchtigkeit im Keller gestiegen ist. Der alte Heizkessel hat den Keller mit geheizt und der neue Heizkessel ist einfach zu gut isoliert.

Welche Sanierungsmöglichkeiten gibt es?

Gerade in Häusern die vor 1970 gebaut wurden, kann ein feuchter Keller auftreten. Da je nach Haus durch ganz unterschiedliche Ursachen es zu einem feuchten Keller kommt, solltest du hier den Fachmann oder die Fachfrau um Rat fragen.

Keller von außen abdichten

Bitumenschicht erneuern

Der Bitumenanstrich gehört zu beliebtesten Techniken für die Gebäudeabdichtung. Der Vorteil ist vielfältig und in den meisten Fällen kann der Bitumenanstrich vom Laien durchgeführt werden. Wichtig ist es jedoch im Vorfeld festzustellen, wie stark die Belastung von Feuchtigkeit von Außen ist. Stauwasser, Sickerwasser oder die Bodenbeschaffenheit können unter Umständen unterschiedliche Verfahren nötig machen. Sickerwasser ist in der Regel nicht so schlimm, wie ein stauendes Wasser oder ein drückendes Grundwasser. Bevor die Arbeit umsonst gemacht wird, solltest du hier die Fachleute konsultieren.

Drainage

Das Wichtigste bei einem Haus ist die ausreichende Abdichtung und daher ist eine Drainage nicht immer nötig, aber gerade bei Häusern in Hanglage kann es zu Stauwasser kommen und dann kann eine Drainage das Wasser um das Haus führen und so die Staunässe entlasten. Bei falscher Verlegung der Drainage kannst du sogar noch mehr Feuchtigkeitsschäden verursachen, als lösen. Daher solltest du die Drainage gut planen oder eine Fachfirma beauftragen.

Keller mit Sperrbeton nachrüsten

Eindringende Feuchtigkeit gehört zu den häufigeren Ursachen für einen feuchten Keller. Gerade dann, wenn die Außenwände gemauert wurden, kann es hier zu undichten Stellen kommen. Sperrbeton kann eine bestehende Wand von Außen abdichten. Oft wird statt dem Begriff Sperrbeton auch der Fachbegriff WU-Beton verwendet. Er steht für wasserundurchlässiger Beton. Sicherheitshalber solltest du diese Arbeiten von einer Fachfirma erledigen lassen.

Keller von innen abdichten

Horizontalsperre

Neben dem Eindringen von Wasser durch die Seitenwände, kann eine defekte oder nicht vorhandene Sperrschicht zu nassen Wänden führen. Bei Neubauten ist eine funktionierende Horizontalsperre oder Sperrschicht Pflicht. Bei Altbauen kann eine solche Horizontalschicht nachträglich in die bestehende Mauer eingefügt werden. Die Schicht verhindert den kapillaren Aufstieg des Wassers. Hier gibt es unterschiedliche Methoden vom Aufsägen und einfügen von Dichtblechen, dem Ramm-Riffelblech-Verfahren bis zum Injektionsverfahren mit Spezialharzen oder Silikon oder dem Mauertauschverfahren. Eine Horizontalsperre ist oft sehr effektiv, aber nicht besonders günstig.

Verlegen eines Heizungsrohr

In manchen Fällen kann es nötig sein, die Kellerwände mit einer in Bodennähe verlaufendem Heizungsrohr zu trocknen. Dadurch wird die kapillar aufsteigende Feuchtigkeit verdunstet. Dafür muss allerdings auch ein Putz verwendet werden, der kapillar offen ist, damit es überhaupt verdunsten kann.

Fazit der Keller-Entfeuchtung

Wichtig ist Schritt für Schritt vorzugehen und vor allem die Ursache des feuchten Kellers zu ermitteln, ansonsten bekämpfst du nur die Ursachen. Für größere Baumaßnahmen solltest du auf jeden Fall einen Fachmann konsultieren. Wir wünschen dir viel Erfolg beim entfeuchten deines Kellers!