In der kalten Jahreszeit freut man sich auf ein warmes Auto mit Standheizung oder zumindestens auf ein Auto bei dem einem die Kälte nicht langsam den Rücken hochkriecht. Besonders wenn man keine Garage hat und gerade damit beschäftigt war die Einfahrt vom Schnee zu befreien. Genau dann ist es erholsam nicht die nächste Zeit mit Eiskratzen zu verbringen und im Anschluss zuzusehen, wie der Atem sich langsam auf die Scheiben setzt.
Viele Autos haben als Extra die Standheizung gleich mit an Bord und andere können damit nachgerüstet werden. Worauf soll man achten? Welche Heizsysteme gibt es? Wir beantworten dir die wichtigsten Fragen rund um das Thema Standheizung für das Auto. Viel Spaß!

Wie funktioniert eine Standheizung im Auto?

Einfach erklärt: Die Standheizung erwärmt über unterschiedliche Heizsysteme den Innenraum des Autos und teilweise auch den Motor. Die Heizsysteme arbeiten meistens mit Kraftstoff, Gas oder mit einer elektrischen Heizung und bieten dem Fahrer viele Vorteile, wie eisfreie Scheiben, eine angenehme Temperatur im Innenraum und bei Motor erwärmenden Systemen reduzieren die Standheizungen den Verschleiß des Motors.

Welche unterschiedlichen Standheizungssysteme gibt es?

Es gibt mehrere unterschiedlichen Heizungssysteme für das Auto oder den Camper – hier die aktuellen Varianten:

Kraftstoffbetriebene Standheizungen

Die mit Kraftstoff betriebenen Heizsysteme für den Auto-Innenraum arbeiten mit Diesel oder Benzin und können in der Regel im Auto oder Camper eingesetzt werden.

Elektrostandheizungen

Die elektrische Heizung ist als Zusatzsysteme zur Motorheizung oder als Heizlüfter für den Innenraum erhältlich und wird an eine normale Haushaltssteckdose angeschlossen und werden oft als Nachrüstung in Wohnmobile oder auch im PKW eingebaut.

Gasstandheizungen

Mobile Heizgeräte die vor allem in Wohnmobilen zum Einsatz kommen. Sie werden an die Gasflasche angeschlossen und könnne als Heizung für den Innenraum eingesetzt ohne den Kraftstoff des Autos oder Camper zu verbrauchen.

Wasserstandheizungen

Die Wasserstandheizungen werden im Motorraum verbaut und erhitzen durch ein kraftstoffbetriebene Systeme das Kühlwasser und leiten die dort erzeugte Wärme über das Gebläse des Autos in den Innenraum.

Luftstandheizungen

Die Luftstandheizungen werden vor allem in LKW-Kabinen oder Wohnmobilen eingebaut und erwärmen den Innenraum über einen Brenner mit Gasbetrieb.

Wie sinnvoll ist eine Standheizung?

Letztlich muss jeder für sich entscheiden, doch es gibt ein paar Gründe die für eine Standheizung im Auto sprechen. Die oft gesehen Variante, dass man den Motor anschmeißt und sich dann an das Eiskratzen macht ist in vielen Gemeinden nicht erlaubt und zumindestens bei Anwohnern nicht gern gesehen. Dem Auto tut man damit keinen großen Gefallen.

Die Temperatur im Innenraum kann als gutes Argument für die Heizung herangezogen werden und nicht nur von Frostbeulen. Zusätzlich darf auch das Entfallen des morgendlichen Eiskratzens als Argument angeführt werden, besonders dann, wenn man beim Kratzen bisher mit „Mut-zur-Lücke“ gekratzt hat und die ersten Kilometer nur durch ein Guckloch geschaucht hat. Die anderen Autofahrer und Passanten werden danken. Im Zuge der Nachhaltigkeit darf auch auf den verringerten Verschleiß im Motor hingewiesen werden.

Ist ein Standheizung gut für den Motor eines Autos?

Neben dem Gewinn an Komfort führt das Erwärmen des Motors dazu, dass das Öl auf Betriebstemperatur ist und damit bessere Schmierfähigkeiten und die Materialien allgemein geschont werden.

Ist die Standheizung im Auto umweltfreundlich?

Der vorgewärmte Motor eines Benziners emittiert auf den ersten Kilometern deutlich weniger Kohlenmonoxid (ca. 50% weniger) und noch weniger Kohlenwasserstoffe (ca. 80% weniger). Rechnet man den Verbrauch und Emission der Standheizungen vor der Fahrt hinzu, kommt in Summe trotzdem niedriger Werte heraus als ohne Standheizung. Unterm Stich überwiegt der positive Effekt!

Bei einer elektrischen Standheizung sind die lokale Schadstoffe kein Thema und wenn diese mit Ökostrom betrieben wird, dann verbessert dies noch mehr die Umweltbilanz. Die Schadstoffminderungen bei den ersten Kilometern sind bei einer elektrischen Heizung genauso effektiv, wie bei einer benzinbetriebenen.

Bei Dieselmotoren wird durch die Motorvorwärmung die Schadstoffe nicht westenlich reduziert und daher bleibt hier der positive Effekt aus. Der Partikelausstoß erhöht sich sogar durch die Eigenemission, denn die Standheizungen die mit Benzin oder Diesel betrieben werden fallen unter Emissionsrichtlinen für Kleinfeuerungsanlagen und hier gibt es keinen gesetzlichen Grenzwert.

Wie lange sollte man eine Standheizung laufen lassen um das Auto warm zu bekommen?

In einem Test des ADAC wurden Autos in der Kältekammer auf -10°C heruntergekühlt und dann die Standheizung eingeschaltet. Kraftstoffbetriebene Standheizungen schafften es innerhalb von 12 bis 18 Minuten den Innenraum auf 21°C zu erwärmen – also knapp 30°C-Erwärmung. Die elektrische Standheizung schaffte es in dem Test deutlich langsam und erreichte die Temperatur nach einer Stunde.

Oft reicht es ja schon, wenn der Innenraum etwas wärmer ist als die Außentemperatur – aber das ist natürlich Geschmackssache.

Grundregel Heiz-Zeit = Fahr-Zeit

Da bei der Nutzung der Standheizung von der Batterie Strom verbraucht wird, sollte die später gefahrene Zeit die Heiz-Zeit übersteigen. So kann sich die Batterie wieder aufladen.

Was kostet eine Standheizung für das Auto?

Die einfacheren Modelle sind inklusive Einbau schon für rund 1000 Euro zu bekommmen. Bessere Modelle liegen inklusive Montage bei etwa 1600 bis 1700 Euro.

Hersteller von Standheizungen sind unter anderem Webasto und Eberspächer

Wieviel Strom verbraucht eine elektrische Standheizung?

Einige elektrische Standheizungen haben eine Leistungsaufnahme von knapp 100 Watt, besonders beim Start der Heizung. Sie reduziert automatisch über 40-50 Watt bis auf 10-20 Watt wenn die Wassertemperatur von 75°C erreicht ist.

Wie wird die Standheizung im Auto angeschaltet?

Je nach Modell gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Grundsätzlich sind folgende Möglichkeiten auf dem Markt: Per Vorwahluhr, Fernbedienung oder teilweise sogar per Telefon bzw. App.