Ein Saugroboter mit Wischfunktion ist der Traum eines jeden Haushalts. Wenn man zur Arbeit fährt und die Kinder in der Schule, dann kann der kleine Saugroboter die Wohnung saubermachen. Aber ist das wirklich so? Worauf sollte man beim Kauf eines Saugroboters achten?

Gerne stehe ich vor diesen Testfeldern für Saugrobotern im MediaMarkt oder Saturn. Ob es noch das kindliche Interesse ist oder einfach diese Faszination von automatisch herumfahrenden Dingen ist, kann ich nicht sagen. Manchmal sitzen sie alle zusammen trostlos in der Ecke und warten darauf ihr können zu zeigen. Nach und nach dürfen sie dann ihr können zeigen und Sand und Dreck von Parkett und Teppich aufsaugen.

Irgendwann stand es an, dass wir uns auch einen Saugroboter mit Wischfunktion anschafften. Als Neuling war irgendwie klar, dass es nicht die Dyson-Variante werden sollte – ich fange immer gerne klein an. Auch bei iRobot hatte ich (vielleicht unbegründet) Bedenken. Irgendwie hatte abgespeichert, dass die Saugroboter Karten erzeugen und mit der Kamera durch die Wohnung fahren. Irgendwie nicht vertrauenswürdig, wenn man leicht bekleidet vom Badezimmer ins Schlafzimmer geht. Die günstigsten Modelle sollten es auch nicht sein und letztlich haben wir uns im unteren Mittelfeld wiedergefunden.

Mir wurde der Rowenta X-plorer 60 Animal Connect vorgeschlagen. Ein paar Erfahrungsberichte und Kritiken gelesen und für 350,- Euro (UVP 700,- €) bestellt. Hier mein Erfahrungsbericht nach zwei Monaten im Einsatz.

Erfahrungsbericht Rowenta X-plorer Animal Connect

Ladestation des Saugroboters

Der Hersteller empfiehlt, dass im Radius von zwei Metern um die Ladestation keine Gegenstände stehen. Wie bitte? Müssen wir anbauen? Die Vorstellung, dass wir 8 m² nur für die Platzierung der Ladestation brauchen, empfand ich als etwas irritierend und etwas schwierig in unserer verwinkelten Wohnung in die Tat umzusetzen. Da wir – aufgrund der zahlreichen Schwellen und den unterschiedlichen Zimmern uns erstmals gegen einen automatischen Zeitplan entschieden haben, holen und bringen wir den Saugroboter immer wieder aus seinem zu Hause. Und es zeigt sich, dass er es auch ohne die 8 m² schafft.

Saugfunktion des Rowenta X-plorer

Bei uns hat er es besonders schwer. Zwei Kinder, viele Gegenstände und die unterschiedlichsten Bodenmaterialien: Parkett, Laminat, Fliesen, Bodenmatten und Teppiche. Für mich war klar, dass er da Betreuung braucht und nicht alles alleine schafft. Freie Flächen auf Parkett, Laminat und Fliesen meistert er bemerkenswert gut. Fährt seine Bahnen brav hin und her. Tischbeine und Bettfüße umfährt er überraschend gekonnt und setzt die Fahrt auf selben Bahn fort. Es ist zwar manchmal hart anzusehen, wenn er zwischen den Stuhlbeinen und Tischbeinen versucht seinen Weg zu finden, aber in der obligatorischen App kann man dann den Erfolg des Saugeinsatzes überprüfen. Dieses Modell hat nichts mehr von den Modellen, die einfach auf gut Glück losfahren wie manch ein Rasenmäherroboter noch heute.

Klassische Stellen an denen der Saugroboter hängenbleibt

Über die App bekommt man mitgeteilt, wenn der Rowenta irgendwo hängengeblieben ist – dann bleibt er stehen und braucht meine Hilfe. Bei seinem Einsatz ist bisher an folgenden Stellen stehengeblieben:

  • LEGO Steine
  • Kabel
  • Ecken von Bodenmatten
  • Teppich-Enden

Staubbeutel des Saugroboters

Etwas schmunzeln musste ich beim ersten Anblick des Plastik-Staubbeutels schon. Überraschend klein und ist in keinster Weise mit denen vom klassischen Staubsauger zu vergleichen. Hin und wieder entdeckt man dort kleine Gegenstände, die er gefunden hat (LEGO) und kann den Rest behutsam im Mülleimer entsorgen.

Fazit: Saugfunktion

Von der Vorstellung, dass der Saugroboter die Wohnung aufräumt und saugt, hatte ich mich schon früh verabschiedet. Ich empfinde es als sehr entspannend, den Raum vorzubereiten und dann den kleinen Kerl loszuschicken. Wenn es viele Gegenstände sind, die herumgeschoben werden müssen, dann kann die Zeitersparnis gegen null gehen (Kinderzimmer). Im Wohnzimmer die Stühle zur Seite zu stellen und das Kabel der Stehlampe nach oben zu legen und ihn dann die Arbeit erledigen zu lassen, erspart mir viel Zeit. Auf den ersten Blick erscheint der Boden sauber, sodass Gäste jederzeit kommen könnten. In Ecken und unter dem Sofatisch tut er sich etwas schwer, aber auch irgendwie verständlich.

Wischfunktion des Rowenta X-plorer

Unter den Saugroboter klemmt für man die Wischfunktion einen Wasserbehälter und befestigt darauf einen mitgelieferten Lappen. Der erste Eindruck: Oh, jetzt zieht der Saugroboter einen Lappen hinter sich her.

Auch hier muss man Abstriche machen. Keine Reinigungsmittel sollen verwendet werden, der kleine Behälter umfasst 240 ml. Für ein paar Zimmer reicht der Behälter auch, wenn ich ihn mir irgendwie stabiler vorgestellt habe. Durch den Behälter wird der befestigte Lappen vorne befeuchtet und hinten wird die Feuchtigkeit wieder aufgesogen. Nach ein paar Runden war ich dann schon überrascht, dass der „Lappen“ sich ins Dunklere verwandelt und wohl Staub und Dreck gefunden hatte. Die Wischfunktion im Automatik-Modus laufen zu lassen wäre mir zu heikel, denn wenn man Pech hat, bleibt er auf dem Holz stehen und kann Schäden verursachen. Mit unserem Aussetzen und wieder einfangen klappt es ganz gut und er kann seine Runden unter dem Bett problemlos ziehen.

Fazit: Wischfunktion

Die Wischfunktion hat nichts mit einem richtigen Wischen mit Mopp und Eimer zu tun, kann aber feinen Staub reduzieren. Wer sowieso alle zwei Wochen mit dem Mopp unter das Bett kriecht, der braucht die Funktion nicht. Wer seine Räume mit der Wischfunktion etwas sauberer bekommen möchte, der kann sich auf die Funktion freuen.

Punkte auf die ich beim Kauf eines Saugroboters achten würde

Durchfahrtshöhe

Der Rowenta X-plorer 60 gehört zu den niedrigsten Modellen und kommt bei den meisten Schränken wunderbar unten durch. Ich habe schon gehört, dass Saugroboter-Besitzer*innen das Sofa hochgeschraubt haben, um die passende Höhe für ihre Haushaltshilfe zu erreichen. Dies war bei uns nicht nötig.

Farbe

Angeboten wird der Saugroboter in Weiß und in Schwarz. Wir haben uns für Schwarz entschieden – war irgendwie klar. Allerdings hat die Farbe einen entscheidenden Nachteil (oder auch Vorteil): Der Staub auf dem Gerät ist sehr schnell sichtbar.

Kaufempfehlung Saugroboter mit Wischfunktion

Klar die Haushaltshilfe ist ein Saugroboter mit Wischfunktion nicht, aber er kann im Haushalt behilflich sein und das klappt in meinen Augen ganz gut. Für 350 Euro empfinden wir das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut und wie so oft kommt es „darauf an“, wie sein Einsatzgebiet aussieht und was man persönlich erwartet. Hin und wieder schicken wir ihn auf eine Strafrunde und sind bei fiesen Ecken mit dem Staubwedel behilflich, danach können die Schwiegereltern zu Besuch kommen, ohne dass ich ein schlechtes Gewissen habe. Den richtigen Putz mit Staubsauger und Wischmopp kann er nicht ersetzen, schafft den Dreck auf ein mindeste zu reduzieren. Bei Kindern und vielleicht auch mit Tieren erspart mir der Saugroboter ungemein viel Zeit – und gefühlt ist die Wohnung jetzt auch sauberer.