Carport zu Garage umbauen

Einfach den Carport zur Garage umbauen und alles wird gut. Besonders im Winter beneidet man den Nachbarn, der in der Früh einfach das Garagentor öffnet und sich in sein wärmeres Auto setzt. Da pfeift kein Wind und die Katze sitzt auch nicht ständig auf der Motorhaube. Der Carport ist ja schon gebaut, kann man den nicht einfach mit ein paar Wänden verkleiden und vorne noch ein Garagentor montieren und fertig ist die Garage?

Besonders im Winter kommt der Wunsch auf, den schon bestehenden Carport in eine geschlossene Garage zu verwandeln. Baulich lässt sich dies in vielen Fällen umsetzen. Aber wie sieht es baurechtlich aus? In unserem Artikel versuchen wir die wichtigsten Punkte für den Umbau von einem Carport zu einer Garage zu beleuchten und welche Faktoren dafür eine Rolle spielen. Wir wünschen viel Erfolg bei deinem Projekt!
Dein Heimmeister-Team

In vielen Internetforen werden die unterschiedlichsten Umbauprojekte eines Carports zu einer Garage diskutiert und auch hier merkt man, es gibt unterschiedliche Lager. Neben den unterschiedlichen Bedürfnissen spielt in der Regel eine eventuelle Baugenehmigung die größte Hürde dar – und daneben oftmals auch der Nachbar.

Kann ein Carport zu einer Garage umgebaut werden?

Grundsätzlich lässt sich ein Carport zu einer Garage umbauen, allerdings verliert der Carport durch das Verkleiden der Wände seine Vorteile in den Rechtsvorschriften. Für einen „überdachten Stellplatz“ gelten andere Voraussetzungen und Regelungen als für die dann entstehende Garage. Wie so oft gibt es in Deutschland kein einheitliches Baurecht. Daher empfiehlt es sich vorher beim zuständigen Amt nachzufragen, sonst kann es teuer werden.

Faktoren für das Baugenehmigungsverfahren

  • Größe der Garage
  • Größe des umbauten Raums
  • Abstand zur Straße
  • Höhe der Garage
  • Abstand zum Nachbargrundstück

Die landesspezifischen Verordnungen können sich in unregelmäßigen Abständen ändern. Schon länger war es nur in drei Bundesländern möglich, eine Garage ohne Baugenehmigung zu errichten. Mittlerweile sind weitere Bundesländer hinzugekommen, in denen es prinzipiell möglich ist ohne Baugenehmigung zu bauen. Trotzdem muss man sich – auch wenn kein Bauantrag gestellt werden muss – an bestimmte Vorgaben halten. Ratsam ist die Informationsbeschaffung vor der Grundsteinlegung, denn notfalls steht ein teurer Umbau an, nur weil die Garage 1 m² Grundfläche zu viel verbraucht als erlaubt ist oder der Raum nur 1 m³ zu groß ist.

Baurechtliche Faktoren beim Umbau von einem Carport zu einer Garage

Wie gesagt ist die größte Hürde die Rechtsvorschriften, denn aus der sogenannten „offenen Garage“, also einem Carport wird Garage, die zu den baulichen Strukturen gehört.

Änderung der Gebäudeklasse

Eine Garage wird anders behandelt als ein Carport, die in vielen Bundesländern bestimmte Voraussetzungen in Bezug auf Belüftung, Abdichtung und Dämmung müssen erfüllt sein.

Baugenehmigung

Für manche Garagen ist eine entsprechende Baugenehmigung erforderlich. Diese hängt, wie oben bereits beschrieben, von mehreren Faktoren ab, wie z.B. vom Abstand zum Nachbargrundstück.

Nachgenehmigung

Steht dem Umbau keine baurechtlichen Hindernisse im Weg, dann kannst du in der Regel mit der Bewilligung des Bauvorhabens rechnen. Wird eine der Vorschriften in deinem Bundesland verletzt, kannst du davon ausgehen, dass es abgelehnt wird. Sicherlich sind die Mitarbeiter des zuständigen Bauamts hilfsbereit, wenn du das Bauvorhaben mit ihnen im Vorfeld besprechen willst.

Was kann passieren, wenn ich ohne Baugenehmigung gebaut habe?

Wo kein Richter, da kein Kläger. Oder? Gerade was das Bauen angeht, gibt es überraschend viele Kläger. Wer ohne Baugenehmigung gebaut hat, kann mit unangenehmen und kostspieligen Folgen rechnen. Im schlimmsten Fall droht der Abriss bzw. Rückbau der neu errichteten Garage.

Bauliche Faktoren beim Umbau von einem Carport zu einer Garage

„Das Gerüst steht ja schon, dann brauche ich nur noch ein paar Wände und vorne montiere ich ein Garagentor.“ Grundsätzlich ja, allerdings solltest du dir vor Beginn des Umbaus, die damit verbundenen Kosten gegen den Nutzen aufzuwiegen. In vielen Fällen ist das Anbringen von Wänden kein Problem, manchmal kann das zusätzliche Gewicht ein Problem für die Statik sein.

Verkleidung der Wände

Um die Wände des Carports zu verkleiden, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Holzverkleidung
  • Blechplatten
  • Festes Mauerwerk

Gerade die Holzverkleidung kann durch die gestiegenen Holzpreisen, je nach Größe des Carports, beträchtliche Kosten verursachen. Deutlich kostengünstiger und oft die einfachste Lösung ist das Verkleiden mit stabilen Blechplatten. Oft problematisch ist festes Mauerwerk, denn das Fundament benötigt eine umläufige Frostschürze.

Zusätzliche Stützen

Der Carport steht luftig da, werden jedoch Wände montiert, kann es sein, dass zusätzliche Stützen eingefügt werden müssen. Auch hier hängt es von mehreren Faktoren ab. Die Konstruktion des Carports, von den örtlichen Gegebenheiten und der Untergrund spielen dabei eine Rolle.

Carport abreißen und Garage neu bauen

Auch wenn der Umbau eines Carports zu einer Garage spannend klingt und hoffentlich Spaß bereitet, solltest du aus Kostengründen und auch aus Gründen des Aufwands überlegen, ob es sich nicht lohnt, den Carport durch eine Fertiggarage zu ersetzen. Die Kosten für eine Fertiggarage liegen oft unterhalb des kostenintensiven Umbaus eines Carports.