Zecken im Garten sind was Unangenehmes und eigentlich kann man den Aufenthalt auf der Wiese oder im Garten gar nicht mehr genießen, wenn die kleinen Biester in der Wiese oder in den Büschen lauern. Hier geben wir dir praktische Tipps, wie du Zecken im Garten bekämpfen kannst und wie du sie langfristig verhinderst.
Es gehört wohl zu den Schreckmomenten, wenn man nach einem Tag im Garten irgendwo am Körper eine Zecke entdeckt, besonders dann, wenn diese sich schon tief reingebissen hat und die Entfernung schwierig wird. An Hund und Katze ist man ja Zecken gewohnt, aber am Menschen? Die milden Winter bieten den meisten Zeckenarten gute Voraussetzungen für das Zeckenleben und so häufen sich Berichte über Zecken in der Natur – und im heimischen Garten!

Zecken bekämpfen

Um gegen Zecken im Garten zu vermeiden, ist es sinnvoll mit Bedacht und Ruhe vorzugehen. Es ist eher ein strategischer und langfristiger Kampf, als einfach nur kurz mit der Zauberwaffe einmal durch den Garten zu gehen. Wenn du aber die Hinweise befolgst, dann solltest du das Zecken-Problem auch langfristig beseitigt haben und kannst den Garten wieder ganz für dich alleine genießen.

Zecken-Check – so findest du heraus, ob du Zecken im Garten hast!

Wenn du vermutest, dass du Zecken im Garten hast, dann kannst du mit diesem einfachen Test dies überprüfen.

Benötigte Zeit: 10 Minuten.

Zecken im Garten entdecken

  1. Helles Tuch

    Nimm ein weißes Bettlaken, ein weißes T-Shirt oder ein beliebiges helles Tuch – je heller das Tuch, desto leichter erkennst du die Zecken

  2. Tuch über Stock hängen

    Damit du auch Büsche und die dunklen Ecken überprüfen kannst, hat es sich bewährt das helle Tuch über einen Stock zu hängen

  3. Tuch über Wiese und Sträucher streifen

    Streife das Tuch über alle Flächen die du überprüfen möchtest. Um die Quelle zu entdecken, ist es sinnvoll, das Tuch in Etappen durch den Garten zu streifen. Damit entdeckst du die Orte, an denen die meisten Zecken sitzen.

  4. Tuch nach Zecken überprüfen

    Das Tuch im Garten ausbreiten und alle Punkte oder Krabbeltiere überprüfen. In der Regel sieht man die Zecken auf dem Tuch entlanglaufen, denn Zecken halten sich so an ihren Opfern fest.

Wie bekämpft man Zecken im Garten?

Wie man der Zecke das Leben schwer machen kann, liest du weiter unten. Wenn du in den aktiven Kampf gegen die Zecke treten möchtest, dann du dir die Zeckenrollen mal ansehen. Der Hersteller bekämpft die Zecken mithilfe von Mäusen, die sich die mit einem zeckentötenden Wirkstoff behandelte Baumwolle aus den Rollen holen und in ihr Nest tragen. Doch Professor Jochen Süss vom Friedrich-Loeffler-Institut ist skeptisch, denn die Zeckenrollen zielen alleine auf die Mäuse als Wirtstiere und lassen die unter anderem Igel und Vögel außer acht.

Natürliches Zeckenabwehrmittel

Den Erfolg kann man nur schwer nachweisen, allerdings schwören einige Gartenbesitzer auf dieses natürliche Zeckenabwehrmittel. Zitrusfrüchte sind angeblich bei den Zecken nicht wirklich beliebt, sodass eine Mischung aus Zitronen, Limetten, Orangen oder Grapefruits und Wasser an den richtigen Stellen die Zecken vertreiben sollen.

Pflanzen die Zecken nicht mögen

Wenn du jetzt nicht jeden Morgen mit einer Zitronenmischung durch den Garten spazieren möchtest, dann kann ich das sehr gut verstehen. Vielleicht kannst du dich mit folgenden Pflanzen und Blumen anfreunden, die angeblich Zecken abwehren sollen.

Dalmatinische Insektenblume (Tanacetum cinerariifolium)

Dalmatinische Insektenblume hilft gegen Zecken

Die Dalmatinische Insektenblume gilt als eine der ältesten Schädlingsbekämpfungsmittel. Sie setzt über ätherische Öle Giftstoffe frei, die Zecken abhalten sollen. Die Dalmatinische Insektenblume blüht von Juni bis August und mag die Sonne.

Katzenminze

Katzenminze hilft gegen Zecken

Die Katzenminze hat die tolle Eigenschaft mit ihren Blüten, die denen von Lavendel ähneln, Zecken abzuhalten. Die Blüten blühen zwischen Juli und September – locken dann allerdings Katzen an.

Rainfarn

Rainfarn hilft gegen Zecken

Rainfarn gehört, auch wenn man es vermutet, nicht zu den Farnen. Er wird in manchen Gärtnereien gegen Schädlinge und Pilzkrankheiten verwendet und der Geruch von Rainfarn hält Zecken und Insekten auf Abstand.

Rosmarin

Rosmarin hilft gegen Zecken im Garten

Aus der Küche kennt man Rosmarin und hält im Garten Insekten und Zecken auf Abstand. Rosmarin ist nicht winterhart, kann aber im Topf den Sommer draußen stehen. Wie viele Pflanzen bevorzugt Rosmarin einen Platz in der Sonne.

Schmalblättriger Lavendel

Lavendel hilft gegen Zecken im Garten

Die Blüten des Schmalblättrigen Lavendels riechen intensiv. Der Geruch der ätherischen Öle hält neben Zecken auch Mücken ab. Die Pflanze ist pflegeleicht und übersteht auch mal eine Trockenheit.

Zecken vermeiden

Neben den Pflanztipps kannst du mit folgendem Vorgehen den natürlichen Lebensraum der Zecke in deinem Garten etwas einschränken. In Kombination mit dem persönlichen Schutz kannst du einen Zeckenbiss ganz gut verhindern. Der Garten muss nicht zwingend in einen Steingarten mit Golfrasen verwandelt werden, um den Zecken den Spaß in deinem Garten zu vermiesen. An der richtigen Stelle den Rasen gemäht, kannst du die Zeckenpopulation dezimieren.

Tipps um Zecken im Garten zu vermeiden

  1. Regelmäßig den Rasen mähen
  2. Laub und Gestrüpp entfernen
  3. Bäume und Sträucher zurückschneiden
  4. Zecken-Barrieren errichten
  5. Mäuse verhindern
  6. Garten einzäunen

Regelmäßig den Rasen mähen

Zecken lieben hohes Gras, denn weiter unten bleibt es immer feucht. Niedriges Gras kann schnell abtrocknen und macht ihn daher für Zecken uninteressant.

Laub und Gestrüpp entfernen

Laub und Laubhaufen bieten den Zecken feuchte Rückzugsorte. Auch eine Wiese mit viel Moos bietet der Zecke ideale Bedingungen. Ebenso ist der Haufen mit Reisig ein beliebter Platz für die Zecken.

Bäume und Sträucher zurückschneiden

Gerade Sträucher oder Bäume, an denen man entlangläuft oder diese beim Gehen berührt sollten sicherheitshalber zurückgeschnitten werden. Besonders in den dunklen, feuchten Stellen.

Zecken-Barrieren errichten

Ein schnell trocknender Kiesweg oder Kiesrand macht es den Zecken schwierig diesen zu überwinden

Zecken meiden die direkte Sonneneinstrahlung und wandern ungern über einen gepflasterten Weg oder einen Kiesstreifen. Wenn es an manchen Stellen viele Zecken gibt, dann kann dadurch die Zecken zurückgehalten werden.

Mäuse verhindern

Irgendwie süß, gehört aber zu den ersten Wirten für die Zecken

Mäuse dienen als Wirt für die Zecken. Gerade die kleine Nymphe holt sich die ersten Bluttropfen von der Maus. Gibt es wenige Mäuse, können sich Zecken schlechter vermehren.

Zaun gegen Zecken

Ein Zaun kann Wirtstiere der Zecke verhindern

Zugegeben die Zecke kommt durch den Zaun – aber nicht die Wirtstiere, die die Zecken in Garten tragen können. Auch der Fuchs kann durch eine Wohnanlage schleichen und bei einem offenen Garten kommt der Hase mal vorbei. Mit einem Zaun kannst du also ein paar Gäste verhindern, die die Zecken huckepack mitbringen.

Welche Zecken gibt es?

Zecken gibt es viele, in Deutschland ist vor allem der Gemeine Holzbock aktiv. Die 2,5 bis 4 mm großen Spinnentiere haben 8 Beine und lauern in ganz Europa auf einen Wirt. Zur vollständigen Entwicklung von einer Larve zu einer eierlegenden Zecke müssen die Zecken drei Wirte beißen. Der Prozess von der Larve zu adulten Zecke kann zwischen zwei und sechs Jahre dauern. Als einer der wichtigsten Wirte gilt die Maus, von der die Zecke die für den Menschen gefährliche Borrelien und FSME-Erreger bekommt.

Die Gattung der Hyalomma-Zecke kommt vorwiegend in Trockengebieten in Afrika, Asien und Mitteleuropa vor. In Deutschland wurden die Zecken vor allem in Verbindung mit Pferden entdeckt. Eingeschleppt wurde die Zecke wahrscheinlich durch Zugvögel und die höheren Temperaturen ermöglichen ein Überwintern.

Auch der Gemeine Holzbock wird durch Vögel, Eichhörnchen, Hirsche und Rehe verbreitet. Während man den Hirsch vom Garten vielleicht noch vertreiben kann, hat man bei Vögel und Eichhörnchen kaum eine Chance. Da bleibt nur die Gartengestaltung zur Vermeidung von Zecken.

Wann ist die Zecke aktiv?

Die Zeckensaison ist in Deutschland zwischen Februar und Oktober. Zecken lieben Temperaturen zwischen 14 und 23 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 90 %, können aber schon ab einer Temperatur von 7 °C aktiv sein. Besonders aktiv ist die Zecke im Frühling zwischen März und Juni und im Herbst ab September. Im Sommer ist es ihnen zu warm.

Krankheiten die von der Zecke übertragen werden

Borreliose

Die größten Sorgen muss man sich vor der Borreliose machen. Ca. 10 bis 30 % der Zecken haben die Borrelien in sich und können diese übertragen. Allerdings werden die Borrelien nicht bei allen Stichen übertragen. Vom Stich bis zu den ersten Symptomen können einige Tag bis mehrere Monate vergehen.

FSME – Frühsommer-Meningoenzephalitis

FSME-Risikogebiete in Deutschland

Vor allem in den südlichen Bundesländern besteht ein Risiko sich mit FSME anzustecken. Fast alle Landkreise Bayerns und Baden-Württembergs gelten laut dem Robert-Koch-Institut als Risikogebiet. Aber auch in anderen Bundesländern wie Hessen, Saarland, Thüringen oder Sachsen gibt es Landkreise, die als FSME-Risikogebiet klassifiziert sind. Jedes Jahr erkranken in Deutschland zwischen 300 und 700 Personen an FSME und fast jedes Jahr stirbt jemand an der Krankheit.

Impfung gegen FSME

Die Impfung hilft zwar nicht gegen den Zeckenbiss, kann aber gegen eine mögliche Erkrankung der Frühsommer-Meningoenzephalitis helfen. Laut Ständige Impfkomission (STIKO) können sich alle Personen, die in ein Risikogebiet reisen oder dort wohnen impfen lassen.

Wie kann ich mich vor Zecken schützen?

Zwar kann man es den Zecken mit der passenden Kleidung und Spray erschweren, trotzdem solltest du den Körper nach möglichen Zecken untersuchen – auch bei Haustieren.

Richtige Kleidung

Auch wenn man den Sommer im Garten am liebsten in kurzen Hosen genießen möchte, ist es sinnvoll lange Hosen und hohe Schuhe anzuhaben – besonders der Übergang von Schuhe zur Hose sollte geschlossen sein. Gerade dann, wenn man durch halbhohes Gras streift. Die Klamotten, die in der freien Natur getragen wurde, solltest du möglichst nicht in dem Zimmer aufbewahren, in dem du schläfst – sonst kann die Zecke über Nacht zu dir ins Bett krabbeln.

Spray gegen Zecken

Es gibt mehrere Produkte, die von der Stiftung Warentest in einem Test überprüft wurden. Nicht jeder ist von den Sprays überzeugt, aber laut Stiftung Warentest haben Anti Brumm, DM S-quitofree und Greensect am besten abgeschnitten.

Zecke herausholen

Wenn die Zecke gebissen hat, dann lohnt es sich schnell zu sein. Nach einem Tag im Wald oder Garten solltest du alle wichtigen Bereiche wie Achselhöhlen, Kniekehlen und Genitalbereich nach möglichen Zecken absuchen. Nach einem Biss solltest du die Zecke möglichst schnell herausholen. Jeder hat so seine Präferenzen, mit welchem Hilfsmittel er sich leichter tut.

Zeckenkarte, Zange oder Pinzette

Wichtig ist es, dass die Zecke vorne am Kopf genommen wird und sie nicht gequetscht wird. Mit Vereisungsspray kann man die Zecke betäuben, falls eines zur Hand ist. Wichtig ist, dass in keinem Fall Klebestoff oder Öl verwendet wird. Auch das Drehen hat sich nicht wirklich bewährt. Nach dem erfolgreichen Entfernen solltest du die Stichstelle desinfizieren.

Hat die Zecke natürliche Feinde?

Es gibt tatsächlich natürliche Feinde für die Zecke. Viele Vogelarten, Ameisen, Igel oder auch Spitzmäuse fressen Zecken. Auch Spinnentiere und Wespen können der Zecke gefährlich werden. Wer mag, der kann sich ein paar Hühner anschaffen.