Über Jahrtausende haben sich die unterschiedlichsten Dachformen entwickelt – von einfach bis kompliziert – für jeden Geschmack und Geldbeutel sollte etwas dabei sein. Einfach drauflos zu bauen ist allerdings nicht so einfach möglich, denn in der Regel schreibt der lokale Bebauungsplan die genehmigungsfähigen Dachformen vor. Wer trotzdem ein paar Inspirationen braucht, der bekommt hier einen Überblick der häufigsten Dachformen. Wir wünschen viel Spaß beim Betrachten!

Übersicht der Dachformen – Was gibt es für Dachformen?

Nicht immer lässt sich ein Dach einer Dachform zuweisen, da gerade in Städten teilweise Dachkombinationen aus den unterschiedlichen Dachformen gebaut wurden. Ist ja eigentlich auch schön, dass es Unterschiede gibt. Trotzdem haben wir hier die typischen Dachformen von Häusern für dich aufgelistet.

Satteldach

Satteldach in Isalnd
Einfamilienhaus in Island mit einem Satteldach

Das Satteldach ist in Deutschland wohl die am meisten verbreitete Dachform. Die verhältnismäßig einfache Bauweise und die Stabilität eines solchen Daches, haben es zu einem der beliebtesten Dachformen in Deutschland gemacht. Natürlich führt der Bebauungsplan der meisten Gemeinden, dass sich viele Bauherren für diese Bauform des Daches entscheiden. Das Satteldach besteht aus zwei Dachflächen, die sich gegenüberliegen und zusammen ein „Sattel“ bilden, dem Dachfirst. Auch die Schräge eines solchen Daches wird oft im Bebauungsplan festgelegt und so weisen die meisten Satteldächer eine Schräge von 38-45° auf. In regenreichen Regionen sind die Dächer steiler, damit das Wasser schneller Abfließen kann. Oft ist daher die Dachneigung im Norden Deutschlands größer, als die Häuser im Süden von Deutschland.

Satteldach
Freudenberg (Siegerland) mit vielen Fachwerkhäusern mit Satteldach

Walmdach

Das Walmdach besitzt vier Giebelseiten die oben zum Giebel zusammenlaufen. Die Dachfläche auf der kürzeren Giebelseite wird Walm genannt. Grundsätzlich ist das Walmdach aufwendiger zu bauen als ein Satteldach oder Pultdach. Dafür ist das Dach äußerst stabil und das Haus vor Wettereinflüssen geschützt. Die geneigten Dachflächen bieten weniger Angriffsfläche für den Wind.

Vom Walmdach abgeleitet sind die Dachformen:

Krüppelwalmdach

Fußwalmdach

Dachformen - Fußwalmdach
Im oberen Teil des Hauses hat es ein Satteldach und im unteren Teil ein Walmdach

Niedersachengiebel

Mansarddach

Der Name des Mansarddachs geht auf die französischen Architekten François Mansart (1598-1666) und seinen Großneffen Jules Hardouin-Mansart (1646-1708) zurück. Eigentlich hatte der Architekt des Louvre, Pierre Lescot, bereits 100 Jahre zuvor diese Dachform verwirklicht.

Typisch für ein Mansarddach ist die untere, abgeknickte Dachfläche. Die untere Dachfläche weist eine deutliche steilere Neigung auf als die obere Dachfläche. Für den Erfolg führte hier die Grundsteuer, die nach Anzahl der Vollgeschosse erhoben wurde. Durch die Bauweise des Mansarddachs konnte ein oder sogar mehrere Wohngeschosse untergebracht werden ohne steuerliche Nachteile.

Die Vorteile des Mansarddachs liegen vor allem in der deutlich größeren Wohnfläche. Dem gegenüber muss die aufwendigere Bauweise und schwierigere Nutzbarkeit für Solarenergie gesetzt werden.

Pultdach

Das Pultdach gehört in Deutschland eher zu den selteneren Dachformen für Einfamilienhäuser. Im Gegensatz zum Walmdach oder Satteldach hat das Pultdach nur eine geneigte Dachfläche. Die Dachneigung hat oft einen Wert zwischen 20 und 25°. Damit ist das Dach deutlich flacher, als die meisten Satteldächer. Von Außen sieht diese Dachform modern aus und Innen bietet diese Bauform mehr Wohnraum. Die Kosten für ein Pultdach sind geringer, denn die Konstruktion des Dachs ist nicht so kompliziert.

Dachformen - Pultdach
Mehrere Häuser mit einem Pultdach

Weitere Dachformen

Flachdach

Zeltdach

Dachformen - Zeltdach

Tonnendach

Nurdach

Beim Nurdachhaus könnte man meinen, dass es aus der Stadt Nurdach kommt – die gibt es aber gar nicht. Von der Rechtschreibung Nur-Dach-Haus wird klarer, dass es tatsächlich nur um das Dach geht. Die Dachflächen eiens Nurdachhauses reichen sehr weit nach unten, sodass der Eindruck entsteht, dass das Haus nur aus Dach besteht. Aktuell sieht man die Nurdachhäuser vor allem in Ferienhaussiedlungen. Manchmal wird der Begriff Finnhütte, Finnhaus synonym verwendet. Theoretisch lassen sich auch Einfamilienhäuser so bauen, doch der Verlust an Wohnfläche bzw. die maximale Bauhöhe macht diese Dachform nicht besonders attraktiv.

Pagodendach

Eine Dachform 4 Buchstaben

Für Kreuzworträtselfreunde die nach einer Dachform mit vier Buchstaben suchen – vielleicht eines der folgenden Dachformen ausprobieren:

  • Walm
  • Shed